Risikoanalyse

(erstellt am 04.04.  /  zuletzt aktualisiert am 12.05.)

Nach der Impfung von Astra-Zeneca-Impfstoff kommt es in seltenen Fällen zu einer folgenschweren Immunfehlreaktion. In der Folge können Thrombozytopenien (Mangel an Blutplättchen) und Thrombosen (Gefäßverstopfung – insbesondere der Hirnvenen) auftreten. Der Mechanismus ähnelt dem einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (Mittel zur Blutverdünnung). Leidtragend sind überwiegend Frauen unter 60 Jahren.

Die University of Cambridge zeigte durch Auswertung des in Großbritannien seit Ende 2020 verwendeten Impfstoffs folgende Gefährdungslage: Bezogen auf 100.000 Menschen mit einem mittleren COVID-Risiko bei mäßiger Inzidenz überwiegt in der Gruppe der über 30-jährigen der Nutzen das Risiko um mindestens das 10-fache. Statistiken sind immer zu hinterfragen! Grundsätzlich lässt sich jedoch konstatieren: mit steigender Inzidenz und zunehmendem Alter erhöht sich der Nutzen einer Impfung. (→link)

Beispiel: Zwischen 40 – 49 Jahren kommt es in der Anwendung von Astra-Zeneca bei 0.5 von 100.000 Menschen zur Komplikation Hirnvenenthrombose. Bei einer Inzidenz von 60 (gegenwärtig in Rostock 42) wird bei COVID-Infektion bei 16.7 von 100.000 Menschen eine Behandlung auf Intensivstation notwendig. Das entspricht einem Verhältnis Nutzen-vs-Risiko von 33:1.

Die durch A-Z-Impfung eher geschädigte Altersgruppe sind die 20 – 29-jährigen bei niedriger Fallzahl. Aufgrund dieser aktuellen Erkenntnisse raten wir jetzt grundsätzlich von einer A-Z-Impfung unter 30 ab. In der Altersgruppe 30 – 39 Jahre muss man gemeinsam gut abwägen.

Eine Entscheidung pro Impfung sollte auf einem Verhältnis Nutzen-vs-Risiko von mindestens 10:1 basieren. Auf diesen Fakten beruhend leitet sich unser Vorgehen wie folgt her:

NICHT GEEIGNET für die Astra-Zeneca-Impfung sind Menschen mit:

  • Thrombozytopenie
  • bereits durchlebter Heparin-Reaktion
  • zu vielen Vorerkrankungen
  • Angst vor der Impfung
  • allgemein Menschen unter 30 Jahren

GEEIGNET für die Astra-Zeneca-Impfung sind:

  • Menschen ab 30 – nach individueller Risikoanalyse. Dabei gilt: je jünger – je bedachteres Vorgehen
  • alle sollen notwendigen Respekt – aber keine Angst vor der Impfung haben

SICHERHEIT hinsichtlich einer Thrombozytopenie nach der Impfung können wir durch eine Laborprobe erreichen: anhand eines kleinen Blutbildes 2-6 Tage nach der Impfung lassen sich erste Anzeichen einer Verringerung der Thrombozytenanzahl erkennen. In diesem Fall würde umgehend reagiert und sofort weiterführende Diagnostik und Therapie veranlasst werden. Im Zeitraum Tag 5-14 nach Impfung sollte außerdem jedes unklare Druckgefühl oder Schmerzempfinden – egal wo lokalisiert – umgehend ärztlich beurteilt werden. Auch dann besteht durch die jetzt entwickelte Aufmerksamkeit ausreichend Zeit, entstehende Thrombosen sofort zu erkennen und adäquat zu behandeln. Das ist ein entscheidender Vorteil im Vergleich zur unbekannten Situation im Februar-März.

Informationen zur Zweitimpfung (Impfstoff und Zeitpunkt) finden Sie →hier.

Das Wichtigste ist, überhaupt eine erste Impfung zu erhalten und aus der Gefahrenzone zu kommen – egal was danach folgt. (→Erfahrungsbericht Dr. Kringel)