Das Impfpotential ist bald ausgeschöpft – wie kann es dann weitergehen?

(verfasst am 04.09.2021)

Wir sind uns alle einig: NIEMAND wollte eine Corona-Infektion erleiden, KEINE*R von uns hätte sich ohne Not eine Corona-Impfung geben lassen und ALLE möchten wir einfach unser ganz normales Leben zurück.

Seit Anfang der Pandemie im März 2020 wurde versucht Zeit zu gewinnen, um die Krankheitsausbreitung zu verzögern und jeder/jedem ein Schutzangebot durch Impfung zu ermöglichen. Zur Opfervermeidung wurden extreme Maßnahmen wie Lockdown, Maskenpflicht, Homeoffice und Homeschooling ergriffen und von uns in Kauf genommen.

Nun erreichen wir in Kürze den Zeitpunkt, an dem jede*r von uns das Recht auf Corona-Impfschutz wird hat wahrnehmen können.

Wenn danach keine Impfbegehrenden übrig sein werden, sollte sich aus meiner Sicht das eingeschränkte Alltagsleben grundlegend umkehren und zur Normalität zurückkehren. Anhaltend Schutzbedürftige gibt es dann nur noch in abzugrenzenden Bereichen – wie zum Beispiel Pflegeheimen. Dort sollten tatsächlich Abfragen des Sero-Status (ausdrücklich NICHT des Impf-Status) erlaubt sein. Es gibt nun mal ZWEI Möglichkeiten Corona-Antikörper zu erhalten: entweder durch Impfung oder durch Infektion.

Da das Impfpotential bald ausgeschöpft sein wird und in der Gruppe der Impfvermeider eine Coronainfektion offenkundig als harmloser eingeschätzt wird – wird es bald praktisch keine Schutzsuchenden mehr geben. Dann brauchen doch auch keine Schutzmaßnahmen mehr aufrechterhalten werden?!

Dann sollten die Masken und Einschränkungen fallen. Wir werden mit diesem Virus auf unbestimmte Zeit leben – dann lasst es uns auch normal gestalten. In Großbritannien zeigt sich die Machbarkeit dieses Herangehens. Die Hospitalisierungsrate stieg zwar in den letzten Wochen leicht an – blieb dabei jedoch kontinuierlich im zumutbaren Bereich (→link).

Wie würde das praktisch ablaufen?

Natürlich infizieren sich dann alle Kinder und ebenso nicht geimpfte Jugendliche und Erwachsene. Das gehört aber zur neuen Normalität dazu – wir müssen das hinnehmen. Es wird dabei einige unvermeidliche Verwundungen und auch Opfer geben. Diese sind jedoch verhältnismäßig und wir haben sie in Kauf zu nehmen. Egal wie wir es weiter angehen – eine Null-Risiko-Variante wird es NIEMALS geben. Für ein Austrocknen des Virus braucht es nun mal einen ausreichend hohen Bevölkerungsanteil mit Antikörpern. Deshalb plädiere ich eher für ein bewusstes Ende mit Schrecken als ein unbestimmtes Schrecken ohne Ende. Selbst erkrankungsbedingt besonders gefährdete Mitmenschen ohne Impfmöglichkeiten könnten profitieren. Ihre ohnehin notwendige Isolation kann so gegebenenfalls verkürzt werden.

Wir alle hofften – und einige hoffen immer noch – sowohl um Infektion als auch Impfung herum zu kommen. So nachvollziehbar dies ist – meiner Ansicht nach bedeutet in der Realität: Wer eine Impfung meidet – entscheidet sich im selben Atemzug unvermeidlich für eine Infektion.

Jede*r von uns ohne Antikörper hat es jetzt noch in der Hand zu entscheiden, auf welche Weise man selbst Antikörper entwickelt. Es gibt keinen Impfzwang – es gibt genauso ein Grundrecht auf Infektion. Es ist jedoch dabei auf lange Sicht besser, eine Entscheidung selbst zu treffen als später mit fremdbestimmten Folgen zu leben.

Deshalb fordere ich JETZT zur Entscheidungsfindung auf! Das Ende der Pandemie kann nicht mehr von den Genesenen & Geimpften bestimmt werden. Es liegt jetzt in der Hand der Antikörper-freien Mitmenschen. Und wenn Sie sich dabei für den Weg der Infektion entscheiden – dann ist das völlig in Ordnung! Sie tun es bei klarem Verstand und gemäß einem Grundrecht der freien Wahl zwischen Infektion und Impfung. Nur entscheiden Sie sich bitte BALD, damit auch Sie Antikörper entwickeln. Denn darin sind wir einig: wir wollen alle unser normales Leben dauerhaft zurück.

Um diesen Weg praktisch umsetzbar zu gestalten schlage ich einen „Tag der letzten Impfanmeldemöglichkeit“ vor. Ich schlage vor, eine Frist festzusetzen, bis zu der man sich für eine Erstimpfung anmelden kann. Natürlich werden auch danach Impfungen für jede*n zugänglich sein – es braucht aber eine faire und für alle rechtsgültige Deadline. Ab diesem Zeitpunkt – beispielsweise der 31.10. – vergehen dann noch 6 Wochen bis zur Zweitimpfung und weitere 2 Wochen bis zum anzunehmenden Schutz. Dann wäre der 1. Januar 2022 der Stichtag, an dem alle Schutzmaßnahmen beendet werden – da kein Schutzbedürftiger mehr übrig ist. In Zukunft werden sich dann auch Doppelt-Geimpfte trotz Impfungen mit Corona infizieren. Dies ist jedoch altersabhängig bei weitem nicht so gefährlich, erneut verhältnismäßig und von uns allen mit einer Portion Mut in Kauf zu nehmen. Möglicherweise ist ja die Boosterung durch eine abwehrbedingt mildere Corona-Infektion neben einer sonst fälligen Dritt-Impfung ebenfalls eine denkbare Vorgehensweise für langfristigen Schutz?

Tests würden so oder so überflüssig – da sie keinen Sinn mehr machten. Wer erkältet ist, bleibt wie früher in der Fieberphase zu Hause und kommt nach 3-5 Tagen wieder in die Kita, Schule oder zur Arbeit.

Viel mehr Bedeutung sollten ab dann Antikörper-Serumtests erhalten. Das weitere Vorgehen kann darauf begründet individuell koordiniert werden. Egal ob 6 Monate nach Impfung oder Infektion – wenn die Antikörper-Menge beispielsweise noch immer mindestens 10-fach über Norm liegt – erhält man einfach eine Zeitgutschrift von weiteren 2-3 Monaten auf seinen Genesenen- oder Geimpften-Status. Erst danach braucht erneut über eine Nachfolge-Impfung oder auch Nachfolge-Infektion nachgedacht werden. Wenn ohnehin keine Gelder mehr für Tests benötigt werden – wäre das doch eine sinnvolle kostenlose neue Staatsleistung.

Niemand von uns kennt die perfekte Lösung für dieses beispiellose Corona-Problem. Meine Sichtweise soll daher auch nur als Anregung verstanden werden.

Dr. Ulf Kringel

(PS: …ich selbst halte nach wie vor die Impfung für das bessere Übel)